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Dienstag, 19. April 2016

31. HASPA HAMBURG MARATHON - 17.04.2016


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Hamburg, Hamburg, ich dachte ich besuche dich mal wieder. 2015 bin ich hier auf der Halbmarathon-Distanz meine persönliche Bestzeit gelaufen, ob es 2016 auch beim Marathon klappt?
Die Nacht vor dem Marathon, oh je, ich war so nervös wie lange nicht mehr. Viele Gedanken und Zweifel gingen mir durch den Kopf.

"Hast du dich genug vorbereitet?", "Hast du genug und vor allem das Richtige gegessen", "Verdammt du musst schlafen, wieso bist du noch wach", "Was machst du wenn..." um nur einige zu nennen.

Sechseinhalb Stunden später, um genau zu sein um 05:00 klingelte der Wecker, aufstehen, Vitalfunktionen hochfahren. Am Abend zuvor, waren Lisa und ich bei einem sehr kleinen, familiären Italiener. Ich hatte mich für Hirschrücken mit Salat und für Penne Arrabiata (kaum scharf) mit Scampis entschieden. Das Frühstück vor dem Marathon bestand bei mir aus einer Banane und zwei Schrippen. Eigentlich wollte  ich das Büffet vom Hotel nutzen, das öffnete aber erst um 06:30, das war mir bis zum Start um 09:00 zu wenig Zeit.

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08:00 Uhr, Lisa und ich waren beim Start angekommen, das Wetter war sonnig,  knapp 11°C. Ich hatte mich für eine zweilagige Shorts und ein Tank entschieden. Ich lief mich im Startblock warm und gab Lisa knapp 15 Minuten vor dem Start meine Hose, Longsleeve und Jacke. Ich startete im Block C.

08:50 Uhr, die Biker starteten, ich gehe leicht in die Knie, verstecke mich im Block zwischen den anderen Läufern vor dem kühlem Wind.

08:52 Uhr, GPS finden, ah da ist es! "Felix, dein Ziel, 03:15:00, du schaffst das" 
Und nebenbei wenn es keine PB wird, hey erstmal überhaupt 42 Kilometer am Stück laufen.

09:00 Uhr, Startschuss und es läuft gut. Ich habe Platz und lasse mich überholen, laufe anfangs eine 4'25" Pace. Ich bin überrascht, zwischen Kilometer 3 und 4 hat es eine afrikanische Eliteläuferin erwischt, sie sitzt an der Bordsteinkante und hält sich die Wade, bei ihr sind zwei Sanitäter. 

Es geht immer wieder mal leicht bergauf und bergab, mal etwas stärker bergauf und bergab. Ich nehme bergab den Schwung mit, laufe also bewusst schneller. In der Ebene pendel ich mich wieder in meiner eigenen Pace ein. 

Irgendwann nach Kilometer 5 habe ich das Gefühl ein Loch im Magen zu haben und werde etwas unsicher, "werde ich so durchkommen?", denn ich habe mir meine zwei Gelütchen eingeteilt und wollte sie noch nicht jetzt anbrechen. Das eine Gel ist flüssiger, möchte ich als Erstes nehmen, das Zweite ist mit 50mg Koffein etwas klebriger, soll später kommen. 
Ich habe Glück, es kommt nach der Getränkestation auch eine Verpflegungsstation mit Bananen, ich schnappe mir ein Drittel. Und es soll reichen. Die erste Georation nehme ich bei Kilometer 15, irgendwann gibt es nochmal gedrittelte Bananen, ich greife zu, bei Kilometer 28 nehme ich mein zweites Gel. Und da passiert etwas was ich so noch nicht hatte, meine Atmung wird eingeschnürt, nicht beim Zwerchfell sondern direkt hinter den Rippen. An diesem Punkt habe ich mich etwas schlau gemacht und werde in Kürze einen Beitrag zum Seitenstechen einschieben.

Der Schmerz war so stark, dass ich das Tempo für zirka 750m auf eine 5'15" drücken musste (sagt meine Garmin Forerunner 630), meine Atmung wurde flach und zu schnell. Also lief ich am Rand, so dass ich kein Hindernis für die anderen Läufer bin, ein, zwei Läufer danken es mir auch. Als sich der Schmerz gelindert hatte und die Atmung kontrolliert war, wurde ich allmählich schneller, bis ich wieder meine Pace lief.

Es hatte sich irgendwann nach Kilometer 10 etwas angebahnt, ich habe das Gefühl mich mal kurz an den Rand zu stellen müssen. Das passte mir natürlich gar nicht, es lief an dem Punkt sehr gut und ich möchte auf gar keinen Fall anhalten. Ich schleppe das Gefühl in der Blase bis Kilometer 24 mit mir rum und irgendwann ist es weg. 

Hamburg, ich mag euren Marathon, er ist zwar nicht so flach wie unserer in Berlin, aber ich habe Platz. Ich kann richtig laufen und auch mal einen Blick nach rechts und links werfen, denn so gut kenne ich dich noch nicht. Aber das mit dem Sightseeing ändert sich noch. Nach Kilometer 34 merke ich das es härter wird, es wird schwerer die Pace zu halten und ab Kilometer 36 gehen mir nur noch sehr wenige Dinge durch den Kopf "du musst kämpfen", "nimm die Arme mit" "mach weiter" und als meine Uhr bei Kilometer 39 mir die Uhrzeit 11:57:xx anzeigt, wird mir klar, das ich es schaffen werde
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Lisa wollte eigentlich bei Kilometer 21 auf mich warten, aber sie überraschte mich psychologisch sinnvoller bei Kilometer 38, wo es echt hart wurde. 

Kilometer 40, ich sehne das Ziel herbei, habe das Gefühl nicht mehr zu können, schnappe mir einen kleinen Becher mit Cola, er ist schnell leer. Ich habe fast jede Getränkestation mitgenommen, zwei zuvor jedoch bewusst ausgelassen.

Die letzten Meter, der Heinrich-Herz-Turm ist ganz nah, ich kann den Kommentator hören und es geht in die Kurve. Ich weiß, da ist das Ziel, es sind 100m. Und es macht "klick" ich bekomme einen Schub, ich überhole auf dem "roten Teppich" noch einige Läufer und komme glücklich ins Ziel.

Ich schaue auf die Uhr, 03:13:55, das hat gereicht, aber ich wusste die Nettozeit wird eine andere sein. Ich war beim Start durch den "roten Teppich" und das Tor verunsichert und hatte zu spät den Lauf gestartet.

Ich bin total begeistert, am Ende stand eine glatte 03:14:00 auf der Urkunde! Ich bin damit mehr als zufrieden. In Berlin lief ich zuletzt eine 03:32:10.

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Hamburg, läuft mit uns! Nun habe meine PB sowie beim Halb- und Marathon bei dir aufgestellt! Ist es die Luft? Wir sehen uns im Juni zum Halbmarathon, bis dahin mach's gut.



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